Windows oder Linux?
Es ist ein fast schon biblischer Kampf, Vergleiche zu David gegen Goliath drängen sich auf. Windows gegen Linux ist mindestens so alt wie die beiden Betriebssysteme selbst, und auch heute gibt es noch keinen Gewinner auf diesem Gebiet. Und den wird es auch nie geben, denn beide Betriebssysteme (wobei es „das Linux“ gar nicht als Betriebssystem gibt) bedienen völlig unterschiedliche Kundenkreise.
Was kann Windows?
Windows ist so etwas wie das Schweizer Taschenmesser unter den Betriebssystemen. Die allermeisten Programme sind mit Windows ab XP aufwärts kompatibel, Software wird in der Regel zuerst so programmiert, dass sie auf den verschiedenen Windows-Plattformen läuft, und überhaupt hat einfach fast jeder Bürger in den eigenen vier Wänden auch einen Windows-PC stehen.
Unter den Spielen etwa hat Windows so etwas wie ein kleines Monopol, denn die meisten Programme in diesem Bereich nutzen Microsofts Programmierschnittstelle DirectX. Unter den unterschiedlichen Linux-Distributionen oder MacOS ist DirectX nicht erhältlich, so dass sich für Spieler schon gar keine Wahl mehr stellt – entweder Windows oder Verzicht auf das Spielen.
Ein weiterer Vorteil von Windows ist die einfache Einrichtung, denn mit nur wenigen Klicks ist etwa Windows 7 bereits auf der Festplatte installiert. Viel falsch machen kann selbst ein absoluter Laie auf diesem Gebiet nicht. Wer also nur E-Mails, Chat und einen Internetbrowser benötigt, und darüber hinaus auch auf größtmögliche Kompatibilität mit den Programmen seiner Freunde Wert legt, ist bei Windows bereits gut aufgehoben.
Was kann Linux?
Im Prinzip eigentlich alles. Der größte Vorteil von Linux dürfte sein, dass die vielen unterschiedlichen Distributionen alle Anwenderwünsche abdecken können. Jemand möchte eine möglichst einfache Benutzeroberfläche, weil er Linux noch nie ausprobiert hat? Dann würde Ubuntu die richtige Wahl sein. Es gibt jedoch auch Distributionen, die auf eine grafische Benutzeroberfläche vollkommen verzichten und nur per Kommandozeilenparameter bedienbar sind. Je nach Anwendungsgebiet deckt Linux somit ein äußerst weites Feld ab.
Einige Spiele sind ebenfalls in einer Linux-Version erhältlich, der Emulator Wine gaukelt dem Betriebssystem darüber hinaus vor, dass es doch mit Windows-Programmen umgehen kann. Das funktioniert nicht immer, aber es ist doch besser als nichts.
Außerdem ist Linux für seine fast schon legendäre Stabilität im Einsatz als Server-OS bekannt, weswegen das Betriebssystem dort noch immer sehr viel häufiger als Windows Server benutzt wird.
Fazit
Es gibt keinen Gewinner. Beide Betriebssysteme decken unterschiedliche Bedürfnisse ab, wobei man Windows zugestehen muss, deutlich einstiegsfreundlicher zu sein. Das Reinschnuppern in Linux lohnt sich dennoch – und sei es nur, um den eigenen Horizont zu erweitern.